Start-ups in Rhein-Main: edon – electronic donations UG

Innovative Ideen aus dem Rhein-Main-Gebiet: Im dreizehnten Teil unserer Interviewreihe steht uns das Gründerteam des sozialen Start-ups edon – electronic donations UG Rede und Antwort.

Gemeinsam mit ihren Kollegen Burak Atmaca, Daniel Ceballos und Thomas Heinze haben Julia Vollendorf, Sarah Liebetanz und Finn Gundlach das Start-up in Karlsruhe ins Leben gerufen.

Im Fokus der Geschäftsidee des jungen Teams steht die Umsetzung von Nachhaltigkeitsprojekten im E-Commerce. edon entwickelt leicht integrierbare Softwareanwendungen und vernetzt Onlineshops mit den passenden Projektpartnern. Somit unterstützt edon mit seinen Softwareanwendungen Nonprofit-Partner dabei, durch neue und digitale Spendenkanäle eine junge Generation von Spenderinnen und Spendern in ihrem Alltag anzusprechen.

Wie die Gründerinnen und Gründer zu ihrer Geschäftsidee gekommen sind und was sie genau machen – acht Fragen an edon.

Hallo und vielen Dank, dass ihr euch heute Zeit für dieses Interview nehmt. Beschreibt doch bitte kurz wer ihr seid, was ihr macht und was das Besondere an eurer Geschäftsidee ist?

Wir sind das Social Start-up edon, kurz für electronic donations. edon entwickelt digitale Lösungen für Onlineshops, um sich gemeinsam mit seiner Kundschaft sozial und nachhaltig zu engagieren. Der Shop kann aus unterschiedlichen Produkten auswählen und z.B. die Möglichkeit einbinden, selbst ab einem bestimmten Warenkorbwert an ein gewähltes Nonprofit-Projekt zu spenden. Kaufende Personen können sich ebenfalls mit einer Spende beteiligen. Alternativ können Bäume gepflanzt oder ein Klimaschutzbeitrag geleistet werden. Gemeinnützige Projekte, die begünstigt werden sollen, können vor Kooperationsbeginn aus unserem Projektpool mit über 40 Projekten ausgewählt werden, die alle mindestens eines der SDGs (Sustainable Development Goals) unterstützen. Durch unsere Vielfalt an Lösungen und Nonprofit-Partnern können wir also ganz individuell auf die Bedürfnisse und Werte unserer Unternehmenspartner eingehen.

Der größte Stolperstein und der größte Glücksmoment?

Der größte Stolperstein war der Moment, in dem unser damals bisher größter Unternehmenspartner, der uns eine Kooperation zugesagt hatte, aufgrund interner und finanzieller Schwierigkeiten kurzfristig abgesprungen ist. Der größte Glücksmoment hingegen war dann auch genau der Moment, in dem wir mit unserem ersten großen Onlineshop Christ Juweliere, der zu den 100 größten in Deutschland zählt, live gegangen sind und die ersten Spenden getätigt wurden.

Welchen Stellenwert hat das Thema Technologie in eurem Geschäftsmodell und wie stellt ihr hier eine optimale Performance sicher?

Das Thema Technologie hat einen sehr hohen Stellenwert in unserem Unternehmen, da unsere Idee auf Technologie beruht. Unser Ziel ist es, innovative Technologien zu entwickeln, um Gutes tun für Unternehmen einfach zu machen. Die technische Einbindung soll durch unsere API oder Plug-in-Lösungen möglichst einfach und schnell umsetzbar sein. Eine optimale Performance stellen wir durch unsere KPIs sicher, die wir u.a. auch im Rahmen von A/B-Tests regelmäßig tracken und dann optimieren. So erheben wir über unsere Tools natürlich wichtige Daten wie bspw. Conversion Rate, Durchschnittsspende, Customer Lifetime Value, Umsatzsteigerung für Unternehmen mit unseren Tools usw.

Wie bewertet ihr das Rhein-Main-Gebiet als Gründungsstandort?

Sehr gut! Wir haben im Rhein-Main-Gebiet immer sehr viel Unterstützung erfahren und konnten uns von Beginn an in der Gründer:innenszene gut vernetzen, wovon wir sehr profitiert haben.
Insbesondere in Frankfurt haben wir durch unser Stipendium im Social Impact Lab, durch das Netzwerk des Tech Quartiers und durch unsere Förderung durch den Unibator der Goethe Uni viele wertvolle Kontakte zu anderen Start-ups, Gründungsberatung, Mentor:innen und Investor:innen knüpfen können.

Einzelkämpfer oder Teamplayer: Kooperiert ihr mit etablierten Playern oder anderen Startups?

Auf jeden Fall Teamplayer! Unsere Vision ist es, gemeinsam Gutes tun im Alltag leichter zu machen – für Unternehmen als auch für Privatpersonen. Wir sind überzeugt davon, dass wir gemeinsam immer mehr erreichen können und freuen uns deshalb auch immer über wertvolle Partnerschaften und Kooperationspartner, sowohl etablierte Player als auch andere Start-ups. Somit haben wir auch ein großes Netzwerk mit vielen Partnern. Darunter z.B. Klimaschutzagenturen, die uns im Bereich CO2-Kompensation unterstützen oder ein Start-up, das selbst Bäume in Deutschland pflanzt und einen eigenen Klimaförster hat.

Hand aufs Herz – würdet ihr nochmal gründen?

Auf jeden Fall! Die letzten Gründungsjahre als Start-up waren unglaublich spannend und lehrreich! Sicherlich auch nicht immer einfach und manchmal natürlich auch sehr nervenaufreibend, aber auch wenn eine Situation noch so schwierig schien, haben wir als Team immer eine Lösung gefunden, uns weiterentwickelt und eine Menge wichtiger Learnings gehabt.

Ein Klassiker aus jedem Bewerbungsgespräch: Wo seht ihr euch in fünf Jahren?

In fünf Jahren sehen wir uns als etablierte CSR-Agentur in Deutschland als auch im internationalen Kontext, die als Brücke zwischen Unternehmenspartnern und Nonprofit-Partnern fungiert und durch ihre digitalen Lösungen Möglichkeiten bietet, um sich breitflächig sowie effektiv sozial und nachhaltig zu engagieren. Auch unsere Produktpalette wollen wir gerne im Bereich CO2-Kompensation von Produkten erweitern.

Chance oder Showstopper: Welche Auswirkungen hat die Corona-Krise auf das Geschäftsmodell von Edon?

Die Corona-Krise hat negative als auch positive Entwicklungen für unser Unternehmen mit sich gebracht. Zunächst einmal sind einige interessierte Neukunden leider abgesprungen, da sie jetzt schauen mussten, wie sie sich über Wasser halten können. Da der E-Commerce aber insgesamt sehr von der Krise profitiert hat, haben auch bestehende Kooperationen mit Bestandskunden sehr profitiert. Viele Unternehmen haben die Zeit genutzt, um sich zu überlegen, wie sie sich digital als auch in Bezug auf gesellschaftliches, soziales und nachhaltiges Engagement neu aufstellen wollen. Hier kamen unsere Lösungen für viele Shops sehr gelegen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Unser Titelbild zeigt, von oben nach unten, links nach rechts: Burak Atmaca, Daniel Ceballos, Thomas Heinze, Sarah Liebetanz, Julia Vollendorf und Finn Gundlach.

Über die Interviewreihe „Start-up-Lupe Rhein-Main“

Als Gründerregion wird das Rhein-Main-Gebiet immer attraktiver. Als europäische Finanzmetropole ist Frankfurt besonders für FinTechs interessant, aber auch andere Innovationen und Standorte bieten spannende Potenziale. So fördern z.B. auch Darmstadt, Mainz, Wiesbaden, Aschaffenburg, Mannheim, Heidelberg, Fulda und Gießen aktiv die Gründerkultur. Wer sind die neuen Player und mit welchen Ideen gehen sie an den Start? In unserer Interviewreihe „Start-up-Lupe Rhein-Main“ stellen wir Start-ups und ihre innovativen Ideen vor.

Bildquelle: edon – electronic donations UG

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