Start-ups in Rhein-Main – Hammerjobs

Innovative Ideen aus dem Rhein-Main-Gebiet: Im elften Teil unserer Interviewreihe steht uns mit Luisa Schmitt und Max Jünger das Gründerteam des Start-ups Hammerjobs Rede und Antwort.

Im Fokus der Geschäftsidee der beiden steht die Unterstützung von Handwerks- und Industriebetrieben bei der Fachkräfteeinstellung. Was genau hinter der Idee steckt und wie sie den Fachkräftemangel löst, erklären uns die Gründer.

Wer seid ihr, was macht ihr und was ist das Besondere an eurer Geschäftsidee?

Wir sind Luisa Schmitt und Max Jünger von Hammerjobs, einer jungen Online-Marketing-Agentur, die im April 2020 noch als “JS Onlinemarketing” eröffnet wurde. Anfang 2022 haben wir eine GmbH gegründet und firmieren nun unter neuem Namen.

Luisa studiert im 7. Semester Onlinejournalismus und schließt ihren Bachelor of Arts im Februar 2022 ab, Max hat sein Studium Bachelor of Engineering im Projekt Engineering Ende 2021 erfolgreich beendet. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, den Fachkräftemangel von Handwerks- und Industriebetrieben durch Social-Media-Recruiting zu lösen. Mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (KI), zielgruppenspezifischen Werbeanzeigen und einer mobil optimierten Landingpage sollen Unternehmen ihre offenen Stellen besetzen können. Das Besondere daran ist die effiziente Strategie, mit der es möglich ist, trotz demografischer Entwicklung und zunehmender Akademisierung innerhalb von 30 Tagen qualifizierte Fachkräfte einzustellen.

Für jeden unserer Kunden erstellen wir individuelle Werbetexte und versehen unsere Kampagnen mit Fotos und Videos des Betriebes. Sollte kein verwendbares Video- oder Fotomaterial vorhanden sein, bieten wir auch die Möglichkeit, mit einen Videograf oder Fotograf zusammenzuarbeiten.

Mit unseren Kampagnen, die auf den sozialen Netzwerken wie Instagram und Facebook veröffentlicht werden, sprechen wir nicht nur die aktiv suchenden, sondern vor allem wechselwillige Kandidaten an, die möglicherweise unzufrieden mit ihrem Job sind oder sich umorientieren möchten.

Luisa Schmitt und Max Jünger, Gründer von Hammerjobs

Der größte Stolperstein und der größte Glücksmoment?

Unser bisheriger größter Stolperstein war es, den Glaubenssatz zu verfolgen, jedem Kunden alles anbieten zu wollen und auch alles umsetzen zu müssen. Glücklicherweise bringt jeder Stolperstein auch eine wichtige Lektion mit sich. In unserem Fall war es wichtig, sich auf eine Tätigkeit zu spezialisieren und sich auf diese langfristig zu fokussieren. Andere Bereiche, in denen wir vorerst kein Experte sind, lassen wir noch außen vor, da die Einarbeitung und Umsetzung unheimlich viel Zeit in Anspruch nehmen.

Unser größter Glücksmoment war als bei unserer ersten Kampagne, die wir umgesetzt haben, die erste Bewerbung eingegangen ist.

Welchen Stellenwert hat das Thema Technologie im Geschäftsmodell von Hammerjobs und wie stellt ihr hier eine optimale Performance sicher?

Technologie hat in unserem Geschäftsmodell einen sehr hohen Stellenwert, denn unser gesamtes Konzept basiert auf Technologie. Das reicht von der KI, die von Facebook bereitgestellt wird, bis hin zu Websolutions und Software, die wir verwenden. Die Performance jeder Anzeige wird getrackt. Anhand dessen können verschiedene KPI angezeigt werden, wie zum Beispiel Klickrate, durchschnittliche Wiedergabedauer eines Videos, Absprungraten der Website oder bei einem Quiz. Dadurch, dass wir jede Kampagne nach der Durchführung scannen und optimieren, sichern wir eine hohe Qualität und verbessern so kontinuierlich die Performance. Das wirkt sich positiv für unsere Kunden als auch für deren Kampagnen aus.

Wie bewertet ihr das Rhein-Main-Gebiet als Gründungsstandort?

Sehr angenehm – auf der einen Seite kann man sich in den Städten wie Frankfurt, Darmstadt oder Mannheim mit anderen Gründern austauschen, auf der anderen Seite wird einem die Möglichkeit geboten, im Grünen zu arbeiten, die Ruhe zu genießen und abzuschalten.

Einzelkämpfer oder Teamplayer: Kooperiert ihr mit etablierten Playern oder anderen Start-ups?

Wir lieben den Austausch mit anderen Unternehmen und freuen uns über jede sinnvolle Kooperation. Auch unsere Kunden profitieren so durch unser Netzwerk aus Fachleuten auf ihrem jeweiligen Gebiet. Früher haben wir noch Webseiten selbst gebaut, heute überlassen wir das einer befreundeten Agentur, denen wir auch Kunden weiterleiten. Man hilft und unterstützt sich gegenseitig!

Hand aufs Herz – würdet ihr nochmal gründen?

Ja, klar! Aus unserer Sicht ist die Gründung eines Start-ups während des Studiums, beziehungsweise kurz danach, der optimale Zeitpunkt – schließlich gibt es viel zu lernen und nur wenig zu verlieren. Zudem konnten wir in der Zusammenarbeit mit unseren Kunden schnell herausfinden, wo der Schuh drückt und unser Konzept dementsprechend anpassen.

Ein Klassiker aus jedem Bewerbungsgespräch: Wo seht ihr euch in fünf Jahren?

In fünf Jahren sehen wir uns als der Ansprechpartner in Deutschland für die Mitarbeitergewinnung im Handwerk und der Industrie. Wir haben bereits Hunderten Unternehmen geholfen, ihre offenen Stellen zu besetzen. Wir ermöglichen unseren Kunden und deren Mitarbeitern ein besseres Arbeitsleben, da sie nun mehr Zeit und weniger Stress haben und mehr Umsatz generieren können. Außerdem freuen wir uns über das regelmäßige Feedback, dass sich durch unsere Arbeit das Betriebsklima bei unseren Kunden nachhaltig verbessert hat.

Chance oder Showstopper: Welche Auswirkungen hat die Corona-Krise auf das Geschäftsmodell von Hammerjobs?

Beides. Als Showstopper sehen wir die etwas gesunkene Nachfrage, da viele Unternehmen durch die Pandemie verunsichert sind, wie es in Zukunft weiter geht. Als Chance sehen wir den weiter anhaltenden Bauboom und die anhaltenden Arbeiten an Gebäuden und Wohnobjekten. Dementsprechend wurden auch während der Pandemie Fachkräfte gesucht. Wir glauben, dass der Lockdown dafür gesorgt hat, dass die Digitalisierung in Betrieben an Fahrt aufgenommen hat, was uns in Bezug auf die Kommunikation durch soziale Medien zugutekommt.

Über die Interviewreihe „Start-up-Lupe Rhein-Main“

Als Gründerregion wird das Rhein-Main-Gebiet immer attraktiver. Als europäische Finanzmetropole ist Frankfurt besonders für FinTechs interessant, aber auch andere Innovationen und Standorte bieten spannende Potenziale. So fördern z.B. auch Darmstadt, Mainz, Wiesbaden, Aschaffenburg, Mannheim, Heidelberg, Fulda und Gießen aktiv die Gründerkultur. Wer sind die neuen Player und mit welchen Ideen gehen sie an den Start? In unserer Interviewreihe „Start-up-Lupe Rhein-Main“ stellen wir Start-ups und ihre innovativen Ideen vor.

Bildquelle: Hammerjobs, Simon Hofmann