Logistik im Lockdown – eine Branche im Krisenmodus

Durch die Corona-Pandemie befinden sich viele Branchen im Ausnahmezustand. Auch die Logistik blickt auf turbulente Monate zurück.

Ein kleines Virus hat es geschafft, den ganzen Globus in Panik zu versetzen und erinnert uns daran, dass wir trotz all der modernen Technologie ein Teil der organischen Welt um uns herum sind. Plötzlich spüren wir die Auswirkungen durch die Decke schießender Nachfragen am eigenen Leib und standen zu Beginn der Pandemie im Supermarkt vor ungewohnt leeren Regalen. Da wurde uns allen deutlich bewusst: Logistik ist lebensnotwendig und hält viele Arbeitsprozesse und gesellschaftliche Strukturen zusammen.

Nach meinem letzten Blogbeitrag im März 2020 hatte ich eigentlich eine kleinere Serie mit einem Rückblick auf die Logistikfachmesse LogiMAT geplant. Ich wollte von unseren dortigen Erkenntnissen und Erfahrungen berichten. Doch dann kam eine Woche vor dem Start in Stuttgart die Absage und ein herausforderndes Jahr nahm seinen Lauf.

Dieser Beitrag ist der Auftakt unserer Reihe zur erfolgreichen und nachhaltigen Logistik in 2021 in Kooperation mit unserem Partner Fairsenden.

Wirtschaftliche Turbulenzen treffen auch die Logistik

Der Einfluss der Lockdowns auf die Arbeit unserer Kunden und Partner ist sehr unterschiedlich. Doch fast alle berichteten von erheblichen Auswirkungen auf ihr Geschäft: Produzenten und Händler aus den Bereichen Gastronomie, Gastgewerbe oder Einzelhandel mussten in vielen Fällen das erste Mal in ihrer Unternehmensgeschichte Kapazitäten reduzieren und Kurzarbeit anmelden.

Das andere Extrem: Kurier-Express-Paketdienste erlebten dagegen einen Boom, der viele an Kapazitäts- und Personalgrenzen führte. Das kannte man zuvor nur von den letzten drei Wochen vor Weihnachten. Unser Kunde Deutsche Post/DHL erlebte trotz Sonderabschreibungen für den „Streetscooter“ ein fast märchenhaftes Rekordjahr: Das EBIT in 2020 fiel mit 4,8 Milliarden Euro deutlich höher aus als die bereits im Oktober angehobenen Prognose von max. 4,4 Milliarden Euro. Grund war der Corona-bedingte Boom des Onlinehandels und die damit einhergehende „Paketschwemme“.

Bei meinen diversen Gesprächen mit Logistik-Dienstleistern in den letzten Monaten waren mehr als 90 Prozent in irgendeiner Form von Corona bzw. den Lockdowns betroffen, sowohl in positiver als auch in negativer Form. Unternehmen, die negativ beeinflusst wurden, haben mir von Umsatzeinbrüchen von zehn bis 30 Prozent berichtet – bei Getränkeproduzenten ging das sogar bis auf 50 Prozent hinauf.

For a better digital world – Der Podcast von PASS

In unserem Podcast hat Michael Bils, Business Development Manager bei der PASS Logistics Solutions AG, mit Markus Schwarz, Gründer und CEO von FAIRSENDEN gesprochen. Die Themen: Online-Shopping-Angebote und zu Beginn der Pandemie auch Hamsterkäufe beeinflussten die weltenweiten Lieferketten. Warenströme änderten sich von einem Tag auf den anderen. Wie geht die Logistik mit den aktuellen Anforderungen um? Und welchen Einfluss hat hier inzwischen das Thema Digitalisierung?

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Geschäftskontinuität zu gewährleisten ist das A und O

Während viele Einzelhandelsbranchen großflächige Einbußen in Kauf nehmen mussten, hat der Onlinehandel in vielen Segmenten einen nie da gewesenen Boom erlebt. Das hat der Logistikbranche vor Augen geführt, worauf es wirklich ankommt, um auf veränderte oder plötzlich auftretende Spitzenlasten reagieren zu können. Denn nicht jedes Lager ist darauf ausgelegt, sich flexibel anzupassen. Es erfordert widerstandsfähige Lösungen und Strukturen, um die Geschäftskontinuität angesichts regionaler wie auch globaler Widrigkeiten zu gewährleisten.

Die Fachbegriffe Disruption und Resilienz stehen als Schlagworte plötzlich ganz oben. Das Wort Disruption beschreibt einen Vorgang, der vor allem mit dem Umbruch der Digitalwirtschaft in Zusammenhang gebracht wird: Bestehende, traditionelle Geschäftsmodelle, Produkte, Technologien oder Dienstleistungen werden immer wieder von innovativen Erneuerungen abgelöst und teilweise vollständig verdrängt. Die Resilienz eines Unternehmens definiert die Fähigkeit, externe Schocks bzw. Verwerfungen der sozialen, wirtschaftlichen oder politischen Rahmenbedingungen auszuhalten und sich an diese neuen Bedingungen anzupassen. Im Fokus stehen plötzlich verstärkt Flexibilität, Nachhaltigkeit und Sicherheit.

Themen wie CO2-Reduzierung, alternative Antriebe für den Lastverkehr, Digitalisierung und Vernetzung aller Teilnehmer innerhalb der Logistikkette verharren nicht mehr als reine Theorien in der Schublade oder Diskussionsphase, sondern stehen auf den Prioritätslisten ganz oben.

Das Jahr 2021 bleibt spannend für die Logistikbranche

Maßnahmen zugunsten unternehmerischer Resilienz werden das Jahr 2021 auf besondere Weise prägen. Gleichermaßen begegnet die Logistik innerhalb dieses Spannungsfelds den veränderten Anforderungen in Sachen Nachhaltigkeit und den besonderen Herausforderungen des digitalen Zeitalters, die gesonderter Maßnahmen im Softwareumfeld bedürfen.

2020 war ein äußerst turbulentes Jahr für die Logistik und auch 2021 verspricht spannend zu bleiben. Die Grenzen der Vertriebskanäle werden weiter verschwimmen. Das stationäre Geschäft wird sich nur allmählich erholen, wohingegen der Onlinehandel wahrscheinlich weiter wachsen wird. Ein Großteil der Unternehmen muss mit einer soliden Omnichannel-Strategie den Weg ebnen, um auf das veränderte Konsumentenverhalten reagieren zu können. Es geht nun darum, aus Fehlern zu lernen und sie in Zukunft zu vermeiden. Nachhaltigkeit, transparente Lieferketten oder Last-Mile-Lösungen sind hier nur der Anfang. Das letzte Jahr hat deutlich gezeigt, wie wichtig es sein wird, sich zunehmend auf neue Technologien zu konzentrieren, um so mit den Entwicklungen der Industrie und anderer Branchen mithalten zu können.

Auf die neuesten Logistik-Trends für das Jahr 2021 werde ich in meinem folgenden Beitrag eingehen.

Digitalisierung und Innovationen werden in der Logistik zukünftig eine noch zentralere Rolle spielen, d.h., umso wichtiger werden leistungsfähige Softwarelösungen in Verbindung mit Automatisierungskomponenten, die Flexibilität in Echtzeit schaffen und mit bestehenden Systemlandschaften harmonisch interagieren. Dafür haben wir bei PASS die Anwendungen PLANTOUR und MAPSERVICES entwickelt und beraten Sie gerne über die Einsatzmöglichkeiten in Ihrem Unternehmen.

Bild: Shutterstock

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