IT in der Logistik: Rückblicke auf LogiMAT und LMCL

Endlich wieder Messen! PASS hat die LogiMAT in Stuttgart und die LMCL in Berlin besucht. Ein Bericht über eine Branche im Spannungsfeld zwischen Digitalisierung und Kapazitätsproblemen.

Nach 1197 Tagen Zwangspause gab es endlich wieder so etwas wie eine Rückkehr zur Normalität: eine Messe- und Präsenzveranstaltung sowie direkten Austausch. Die LogiMAT 2022 öffnete ihre Tore – und wir waren mit unserem Geschäftsbereich PASS Logistics Solutions, wie ursprünglich bereits 2020 geplant, bei einem der wichtigsten Treffen der Logistikbranche dabei.

Wie stark Corona noch in den Köpfen der potenziellen Fachbesucherinnen und Fachbesucher von Europas größter Intralogistik-Fachmesse steckt, ob ein direkter Austausch in Zeiten von Online-Meetings überhaupt noch ein Thema ist und wie stark die aktuellen Krisen der Branche den Zustrom zur Messe beeinflussen, konnte im Vorfeld niemand sagen. Der Neustart verlief für die 1571 Aussteller aus 39 Ländern also nicht ganz ohne Risiko.

Smart – Sustainable – Safe: LogiMAT 2022

Als sich am Dienstag 31.05.2022 unter dem diesjährigen Motto „Smart – Sustainable – Safe“ die Türen für die Besucherinnen und Besucher öffneten, war fast alles wieder wie vor der Pandemie – der Zustrom an Publikum war schon nach wenigen Stunden beinahe wieder auf dem Niveau der Vorjahre und nach den drei Messetagen hatten sich laut Messeorganisation ca. 50.000 Fachbesucher über Neuentwicklungen und Innovationen in den zehn Hallen informiert.

Unsere überhaupt erste Teilnahme auf der LogiMAT wurde durch die Einladung des Clusters Mobility & Logistics der R-Tech Regensburg initiiert – ein interdisziplinärer Zusammenschluss von über 100 innovativen Unternehmen aus den Bereichen Mobilität, Daten & Vernetzung, Produktions-, Intra- und Transportlogistik – in dem wir bereits mehrere Jahre als Mitglied aktiv tätig sind. Auf dem großen und hervorragend in der Mitte der IT-Halle positionierten Partnerstand des Clusters hatten wir so die Möglichkeit, die neusten Innovationen unserer beiden Optimierungslösungen PLANTOUR und MAPSERVICES einem breiten Fachpublikum vorzustellen.

Das Team der PASS Logistics Solutions AG auf der LogiMAT 2022 in Stuttgart

PLANTOUR Mobile App als Neuerung in der PASS Produktpalette  

Besonders die neusten Weiterentwicklungen unserer Cloudlösung MAPSERVICES (automatische ETA Live-Ankunftszeit-Berechnung, Live Traffic Integration, neuer Map-Editor) stießen beim Fachpublikum auf großes Interesse. Genauso wie die neuen Anbindungen zu diversen Telematiklösungen und zur neuen PLANTOUR Mobile App unseres Partners DIGITECH. Unser attraktives Preis-/Leistungsverhältnis sowie unser inzwischen sehr hoher Leistungsstand als Alternative zum jahrelangen Marktführer fiel nicht nur den Besucherinnen und Besuchern, sondern auch dem Wettbewerb auf.

Einer der Höhepunkte auf dem Cluster-Stand war sicher das vom Organisator R-Tech veranstaltete bayerische Frühstück, bei dem die Teilnehmenden sich bei Weißwurst, Brezeln und alkoholfreiem Weißbier mit den Cluster-Ausstellern austauschen konnten. Für einen extra aus Spanien angereisten Partner-Interessenten war das eines der kulinarischen Highlights seines Deutschlandbesuchs, wie er mir mehrmals bestätigte.

Zu den in Stuttgart beherrschenden Themen wie Nachhaltigkeit und CO2-Footprint, den Digitalisierungsanforderungen sowie zur Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) waren wir mit unserem Lösungsangebot gut aufgestellt, wie sich in vielen Gesprächen gezeigt hat. Interessenten, die mangels Zeit keine Möglichkeit hatten, uns auf der Messe zu treffen, können gerne ein Online-Meeting, ein persönliches Gespräch oder auch einen unverbindlichen Test anfragen.

Als Fazit der vielen Gespräche können wir uns der häufigen Aussage nur anschließen:

 

„Toll, dass man sich nun wieder persönlich treffen und austauschen kann. Digitale Formate wie Online-Meetings sind zwar sinnvoll, aber können das persönliche Gespräch (noch) nicht ersetzen.“  

Die vielen jetzt für uns anstehenden Folgetermine sprechen eine deutliche Sprache über den Erfolg der diesjährigen LogiMAT.

LMCL Berlin – ein neuer Stern für die letzte Meile

Nachdem sich unser Geschäftsbereich zusammen mit der Universität Würzburg aktuell mitten in einem vom Freistaat Bayern geförderten Forschungsprojekt („FaST-KI“) befindet, das sich rund um die KI-Optimierung der letzten logistischen Meile dreht, rückt dieses Segment der Transportlogistik immer mehr in unseren Fokus.

Daher war es verständlich, dass wir auch auf ein neues Messekonzept aufmerksam geworden sind: die Last Mile City Logistics (LMCL) in Berlin. Vor zwei Jahren noch durch die Pandemie ausgebremst und bisher nur in digitalem Format, konnte der Veranstalter das neue Konzept jetzt endlich am 29. & 30. Juni 2022 in der außergewöhnlichen Event Location MOTORWERK in Berlin-Pankow vor zahlreichem Fachpublikum vorstellen. Die LMCL sieht sich als Impulsgeber für neue Strategien und Abläufe auf der immer wichtiger werdenden letzten logistischen Meile und geht neue Wege, indem sie Live-Veranstaltungen mit einer eigenen Community Plattform und einem Social-Media-Auftritt verknüpft und so versucht, wichtige Themen der Branche auch über die Veranstaltung hinaus das ganze Jahr im Brennpunkt zu halten.

Unser Podcast zur Digitalisierung in der Logistik

Nachhaltigkeit und Kostenwachstum mit Einsparung von CO2 und Kraftstoff begegnen: die digitale Tourenplanung kann dabei unterstützen. Die Digitalisierung von Logistikprozessen wird immer notwendiger und Investitionen in digitale Lösungen für den eigenen Fuhrpark können sich gerade jetzt lohnen. Mit unserem Partner DIGITECH aus Tschechien sprechen wir im Podcast darüber, wie sich Unternehmen jetzt nachhaltig aufstellen können. Michael Bils (Business Development Manager, PASS Logistics Solutions AG) und Pavlina Zemanova (Geschäftsführerin DIGITECH CR), zwei Spezialisten für die Digitalisierung der Logistik, führen durch die Podcast-Episode und liefern spannende Einblicke in ihre Arbeit.

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Im Fokus: Der klimaneutrale Transport von morgen

Im Motorwerk gab es für das Fachpublikum zwei Tage lang einen dicht gepackten Mix aus innovativer Ausstellung von Herstellern, Anbietern und Start-ups zur letzten Meile, Fachvorträgen sowie jeweils einen zehnminütigen Pitch mit den Ausstellern. Ich durfte diese neue Form des Austauschs auf Einladung des Bundesverbands der Kurier-Express-Post Dienste e.V. (BdKEP) live erleben und am ersten Tag am parallel dort durchgeführten iKEP Innovationstag teilnehmen. Auf diesem wurden den zahlreichen BdKEP-Mitglieder gesetzliche Neuregelungen, Trends und Entwicklungen vorgestellt sowie in einer Podiumsdiskussion besprochen.

Beeindruckend war das große Angebot an Lastenfahrrad-Anbietern, die für die letzte Meile nicht nur das passende klimaneutrale Gefährt, sondern auch gleich entsprechende Transportbox-Systeme und Umschlagkonzepte vorstellten. In den Zukunftsplänen spielen sogenannte Micro Hubs (kleine, lokale Verteilzentren) die tragende Rolle innerhalb der City-Logistik.

Kernthemen des BdKEP waren u.a. die europaweit geltenden gesetzlichen Neuregelungen für grenzüberschreitenden Transporte über 2,5 Tonnen Gesamtgewicht im Rahmen der neu geltenden EU-Lizenz (Gemeinschaftslizenz, bereits seit 21.05.2022 gültig) und das im Rahmen der Energiewende und Klimaschutzvorgaben erlassene EU-weite Verbrenner-Verbot für leichte Nutzfahrzeuge ab 2035, welches konträr zur aktuellen Kostenentwicklung bei Kraftstoffen steht.

Interessant waren auch die von DB Schenker geschilderten Elektromobilität-Erfahrungen im Nahverkehr, die man mit über 50 batterieelektrisch betriebenen LKWs gesammelt hat. Hierbei stand vor allem die Erkenntnis im Fokus, dass bei einer kompletten Umstellung auf diese Technik der dafür benötigte Strombedarf nur durch eigene Stromproduktion abgedeckt werden kann.

Elektrische Cargo Bikes wie dieses der Marke ONO sollen in Zukunft die Lieferketten in Innenstädten bestimmen

Anstehendes Dieselfahrverbot in Paris und hohe Kraftstoffkosten

Ein echtes Ausrufezeichen verursachte unlängst das Vorpreschen der französischen Regierung, mit einem generellen Dieselfahrverbot für alle Transporte innerhalb von Paris ab 2024. Pünktlich zu den nächsten olympischen Spielen soll diese neue Initiative Gestalt annehmen, der sich bereits weitere Städte wie Barcelona angeschlossen haben. Dies dürfte den Druck auf die Fahrzeugindustrie weiter erhöhen, noch schneller auf klimaneutrale Lösungen umzustellen.

Dramatisch ist inzwischen der sich weiter verknappende Laderaum im Direktverkehr, der sich aufgrund der kontinuierlich steigenden Kraftstoffkosten sowie dem massiven Fahrer- und Neufahrzeugmangel, auf absehbare Zeit nicht vergrößern dürfte.

Laut einem Branchenkenner können derzeit bis zu 70 Prozent der Lieferanfragen nicht bedient werden, was zu steigenden Frachtraten führt – alleine in den letzten Monaten gab es hier eine Verdreifachung.

Ein Blick nach vorne

Die Elektromobilität wird im Nahverkehr und der City-Logistik schneller als prognostiziert ein Faktor, da bis 2030 für alle Transportunternehmen eine Reduzierung des derzeitigen CO2-Ausstoßes von 40 Prozent erreicht werden muss. Sämtliche Unternehmen der Transportbranche müssen dies zukünftig messen und ihren Ausstoß nachweisen. Die wichtigen Themen für die Logistik haben sich damit nicht verändert, nur die Reihenfolge und die Geschwindigkeit zur Umsetzung haben sich drastisch beschleunigt.

Wir bei PASS sehen uns mit unseren Optimierungslösungen gut aufgestellt und helfen schon jetzt dabei, den CO2-Footprint zu messen und zu reduzieren, die Auslastung der Fahrzeuge zu verbessern und mit neuen Last-Mile-City-Logistik-Lösungen z.B. die Lastenrad-Auslieferung zu unterstützen. 


Bilder: PASS

Unser Titelbild zeigt Michael Bils (PASS) mit Andreas Schumann (Vorsitzender des Bundesverbands der Kurier-Express-Post-Dienste e.V.) auf der LMCL in Berlin

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