Diese 4 IT-Tasks sollten Sie auf der Agenda haben

Diese 5 IT-Tasks sollten Sie auf der Agenda haben

Megatrend Digitalisierung: Themen, die für IT-Verantwortliche jenseits aller Hypes & Trends wirklich wichtig sind.

Die aus der digitalen Transformation resultierenden Herausforderungen beschäftigen deutsche Unternehmen wie kaum ein anderes Thema – sowohl auf technischer als auch organisatorischer Ebene. Tempo und Druck steigen an: Transformiert werden Vorgehensweisen, Wertschöpfungsketten, Prozesse oder gar komplette Unternehmenseinheiten und Geschäftsmodelle. 

Zentrale Antriebsfaktoren sind dabei einerseits die Steigerung der betrieblichen Agilität und andererseits das veränderte Käuferverhalten. Letzteres wird in zunehmendem Maße durch neue Kaufentscheidungsfaktoren beeinflusst, so ist z.B. das Social Media Marketing im betrieblichen Alltag angekommen.

Prüft man den digitalen Reifegrad ist dieser von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich – generell zeigt der Mittelstand jedoch deutlichen Nachholbedarf. Mit Blick auf die IT ändern sich nicht die Hauptaufgaben, sondern vielmehr die Art der Ausgestaltung. Diese fünf Themen sollte jeder IT-Verantwortliche auf der Agenda haben:

  1. Anwendungen in die Cloud verlagern
  2. Ablösung von Altsystemen
  3. Effektives Management der Geschäftsprozesse
  4. Machine Learning strategisch nutzen
  5. Userzentrierung durch Design Thinking

1. Anwendungen in die Cloud verlagern

Das Thema ist nicht neu, nimmt aktuell jedoch rasch an Fahrt auf. Während früher eine deutliche Zurückhaltung deutscher Unternehmen zu spüren war, setzen laut dem Cloud Monitor 2018 heute bereits zwei von drei Unternehmen auf Lösungen aus der Cloud. Neben einem steigenden Kostendruck und der fortschreitenden Digitalisierung hin zum Realtime Enterprise spielt bei dieser Entwicklung auch die Zunahme aufsichtsrechtlicher Auflagen (z.B. im Banken- oder Energiesektor) eine entscheidende Rolle. Unternehmen sehen sich mit der Frage konfrontiert, ob die wachsenden Anforderungen überhaupt noch mit eigenen Ressourcen abdeckbar sind. In der Konsequenz werden auch höherwertige und strategische Leistungen zunehmend in die Cloud ausgelagert: So haben erste Großunternehmen angekündigt, in den nächsten zwei bis drei Jahren rund 80 Prozent ihrer Anwendungen auf Cloud-Modelle umzustellen – und auch im Mittelstand ergeben sich zahlreiche Chancen und Vorteile.

Dass der Cloudmarkt ein attraktiver ist, zeigen das Engagement und die Erträge der großen Technologiekonzerne – allerdings schöpft der Bezug von Technologie aus der Cloud (Infrastructure as a Service) nur einen Bruchteil der Outsourcing-Potenziale aus. Aus der Praxis unserer PASS Cloud Services heraus lässt sich sagen, dass vor allem Angebote oberhalb der Technologie von großem Interesse sind, gerade, wenn sie auf komplexe Anwendungen und Applikationen sowie geschäftsrelevante Prozesse abzielen:

  • Platform as a Service: Entwicklungs- und Bereitstellungsumgebung in der Cloud (z.B. Middleware, Entwicklungstools und Datenbank-Verwaltungssysteme)
  • Application Service Providing: Bereitstellung von Anwendungssoftware inklusive zusätzlicher softwarebezogener Dienstleistungen
  • Software as a Service: Softwarelösung wird vom Kunden online gegen eine Gebühr genutzt, d.h., Software und IT-Infrastruktur werden beim Anbieter betrieben und vom Kunden als Dienstleistung genutzt

Darüber hinaus sollten auch die Vorteile eines länderspezifischen Bezugs in Cloud-Überlegungen einfließen: sowohl mit Blick auf die Konformität und das Know-how rund um aufsichtsrechtliche Auflagen als auch auf das Thema (Daten-)Sicherheit.

2. Ablösung von Altsystemen

In der Diskussion um die digitale Transformation werden sie oft vergessen: Legacy-Systeme. Dabei sind es gerade sie, die Unternehmen ausbremsen – was nützen digitale Geschäftsprozesse, wenn sich die Softwaresysteme nicht entsprechend anpassen lassen? Dazu kommen ausufernde Betriebs- und Wartungskosten, eine hohe Ressourcenbindung, technische Schulden sowie fehlende Flexibilität. Fakt ist: IT-Manager benötigen eine Strategie zum Abschalten von Altsystemen. Das kann von der Migration über die Neuentwicklung oder den Einsatz von Standardsoftware bis hin zum Outsourcing reichen. Eine besonders attraktive Option ist die automatisierte Migration. Diese macht vor allem dann Sinn, wenn:

  • Ich mit meiner Anwendung grundsätzlich zufrieden bin.
  • Die Technologie teuer und unflexibel ist.
  • Kein Mitarbeiter-Know-how vorhanden ist.
  • Die abgebildeten Prozesse zu den Kernkompetenzen gehören.
  • Die betreffenden Prozesse nicht in einem Standardschema abgebildet werden können oder sollen.
  • Aufgrund markt- oder unternehmensspezifischer Anforderungen keine längeren Code-Freeze-Zeiten möglich sind.
  • Die Softwaredokumentation unvollständig bzw. nicht aktuell ist, so dass zur Erfassung der vollständigen Funktionalität der Software ein Reengineering erforderlich wäre.
  • Eine kurze Projektzeit erforderlich ist, weil Erweiterungs- oder Änderungsanforderungen nicht verzögert bzw. nicht über einen längeren Zeitraum hinweg doppelt implementiert werden sollen.
  • Das Ziel eine stärkere Plattformunabhängigkeit ist, um den Technologie-Stack zukünftig einfach austauschen zu können.

3. Effektives Management der Geschäftsprozesse

Eine weitere Aufgabe ist die Erhöhung der operativen Exzellenz. Heute erschweren heterogene Softwarelandschaften nicht selten die lückenlose und anwendungsübergreifende Bearbeitung von Prozessen. Abhilfe schaffen BPM- und verwandte Tools, die möglichst lückenlos die Geschäftsprozesse dokumentieren und die geforderte Automation der Abläufe flexibel unterstützen. So ermöglichen BPMN-2.0-Editoren und Applikationsdesigner spezifische Workflows sowie ganze Geschäftsprozesse strukturierter, sicherer und nachvollziehbarer zu machen. Im Ergebnis entstehen Low-Code-Anwendungen, welche von den Anwendern – ohne Programmierkenntnisse – flexibel gehandhabt und angepasst werden können.

Während in der Vergangenheit vornehmlich die Optimierung der Treiber für BPM-Projekte war, geht es nun um die Unterstützung der notwendigen Agilität. Das Geschäftsprozessmanagement muss die Frage beantworten, wie das Business in Zukunft aufgestellt werden kann – und das möglichst schnell und umfassend.

4. Machine Learning strategisch nutzen

Das Buzzword Künstliche Intelligenz lauert aktuell an jeder Ecke – so stand das Thema auch auf der diesjährigen CEBIT im Blickpunkt. „Künstliche Intelligenz ist die spannendste technologische Entwicklung, die Leben und Arbeit in den nächsten Jahren prägen wird. KI hat die Kraft, die Welt zu verändern“, sagte Oliver Frese, Vorstand der Deutschen Messe AG. Mit Blick auf den konkreten Praxiseinsatz ist aktuell aber ein verwandtes Thema interessanter: Machine Learning. Eigentlich ein „alter Hut“, ermöglicht maschinelles Lernen die im Zuge von Industrie 4.0 produzierte Datenflut effektiv zu nutzen. Ziel ist dabei, mehr über seine Kunden und Prozesse zu erfahren, um besser auf Kundenbedürfnisse eingehen zu können oder Prozessketten zu optimieren. In der Industrie ist Machine Learning z.B. in der Instandhaltung (Predictive Maintenance) oder im Bereich Business Analytics (Nutzung von Maschinendaten für eine automatische Prozessoptimierung) eine spannende Option. Und auch in der Finanz- und Versicherungswelt bieten sich Ansätze: So setzt die Deutsche Kreditbank AG (DKB) z.B. den digitalen Kundenassistenten „Herbie“ ein, der Interessenten auf dem Weg zu einem Privatdarlehen begleitet. Allerdings bekommen diesen Chatbot noch nicht alle Websitebesucher zu Gesicht und aktuell wird er darüber hinaus per Texteingabe gefüttert – aus unserer Sicht ein Nachteil: Das größere Potenzial dürfte zukünftig in Voice-Anwendungen liegen. Sprich, es ist eine konsequente Weiterentwicklung der Sprachsteuerung notwendig. PASS arbeitet an solchen Lösungen z.B. im Kontext des Event Ticketings.

Lesen Sie zum Thema Machine Learning:

5. Design Thinking – die Welt durch die Brille des Users

Damit die IT zum Innovationsmotor im Unternehmen wird, ist es nicht mehr ausreichend, einfach Anforderungen umzusetzen, sondern sie muss aktiv mitgestalten und Innovationen fördern. Design Thinking ist ein Ansatz, der zum Lösen von Problemen und zur Entwicklung neuer Ideen führen kann. Er stellt ein Rahmenwerk bereit, das Bedingungen definiert, um die Entwicklung von Produkten und Services schneller, flexibler, kreativer und nutzerorientierter zu gestalten. Startpunkt aller systematisch-kreativen Prozesse ist dabei die Problemanalyse.

Übertragen auf die IT bedeutet dies, den Anwender in den Mittelpunkt des Denkens zu stellen und erst dann die Funktionalitäten zu erörtern. Ziel ist es, Lösungen zu finden, die aus Nutzersicht überzeugend sind – denn wenn ein vorhandenes Problem gelöst wird, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass es auch Abnehmer für diese neue beste Lösung gibt. Entsprechend entfaltet das Konzept Auswirkungen auf die Systeme und Prozesslandschaften im Unternehmen. Unter dem Strich trägt Design Thinking im besten Fall dazu bei, Prozesskosten zu senken, Durchlaufzeiten zu minimieren sowie Umsätze und Marktanteile zu erhöhen.

Welche Themen planen Sie in den nächsten Monaten anzugehen – und wo sehen Sie für sich die größten Potenziale mit Blick auf die digitale Transformation?

 

Bildquelle: Shutterstock

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