Besondere Digitalisierungsideen beim Company Battle 2019

Eine gelungene Symbiose und herausragende Veranstaltung – das Company Battle erwies sich auch in diesem Jahr wieder als der innovative Schau- und Marktplatz für Jungunternehmer in Aschaffenburg. Die Technische Hochschule Aschaffenburg, mainproject digital und der BVMW geben mit der Veranstaltungsreihe gemeinsam jungen Menschen und deren Innovationen eine Bühne.

Ich war am Abend des dritten Company Battle als Juror eingeladen und ich bin dankbar, dass ich als Vertreter der PASS Consulting Group und als Gründungsmitglied von IFI „Initiative für Informatik“ diesem Event beiwohnen durfte. Es war bemerkenswert zu sehen, wie sich junge Unternehmer mutig dem Publikum präsentierten und um dessen Gunst und Unterstützung buhlten. Dabei stand allerdings in zwei Fällen nicht der Sieg im Vordergrund, sondern die Überzeugung, anderen Menschen die eigene Philosophie näherzubringen und neue Mitstreiter zu gewinnen. Für dieses Handeln haben wir als Jury spontan zwei Sozialpreise vergeben, um die beiden Jungunternehmer in Zukunft mit einem Coaching und unternehmerischer Begleitung zu unterstützen.

Spontan Sozialpreise für besonderes Engagement verliehen

Einer dieser beiden Sozialpreise ging an ADAM unverpackt. Dessen Gründer Stefan Kistner ist ein Garant für herausragende Lösungsfindungen im Bereich Software Engineering und Research & Development. Zudem ist es ihm gelungen, sich aufgrund seiner Überzeugung neu zu erfinden und voll und ganz der eigenen Idee zu widmen: Nämlich einer Genossenschaft für fairen Handel aus der Region, ohne Plastikverpackung und zum Wohle der Umwelt.

Ebenfalls an ökologische Gesichtspunkte dachte Lukas Hegmann bei seiner Gründung von SPOTLESS Textil – ein Grund für einen weiteren Sozialpreis. Seine Vision ist es, Mode mit smarten Funktionen, in Spitzenqualität und mit ästhetisch ansprechendem Design zu erschaffen – zu guten Preisen sowie schonend für die Umwelt. Die besondere Funktion ist dabei der Lotuseffekt. Er garantiert Fleckenfreiheit, die uns im Alltag unterstützt und dabei frei von giftigen Chemikalien ist. Der Schmutz perlt einfach ab. Wichtig ist dem Unternehmen dabei auch, dass faire Arbeitsbedingungen bei der Herstellung seiner Produkte herrschen. Deshalb produziert SPOTLESS in Europa und die Firmengründer überzeugen sich vor Ort von den Arbeitsbedingungen und versuchen eine gesunde Balance zwischen Kunden, Mitmenschen und Umwelt zu finden.

Mitbewerber überzeugen mit besonderen Produktideen

Währenddessen spielen die anderen drei teilnehmenden Start-ups alle gemeinsam in einer anderen Liga: Sie beschäftigen sich mit Digitalisierung, aber auf jeweils individuelle und unterschiedliche Art und Weise. Hier lohnt es sich, die drei Unternehmen und ihre besonderen Produktideen jeweils vorzustellen:

MainDefense

Ein Zusammenschluss von IT-Sicherheitsexperten im Rhein-Main Gebiet, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die IT-Sicherheit der Unternehmen zu verbessern. Nach Aussage von MainDefense starten 92 Prozent aller Cyberangriffe mit einer Phishing Mail und genau darin sieht das Unternehmen seine Chance für einen einzigartigen Produktservice. Im Company Battle warb MainDefense für sein Produkt PHISHEYE und dessen effektiven Schutz gegen Cyber Threats. PHISHEYE ist ein Anti-Phishing-Service mit dem die Mitarbeiter eines Unternehmens durch User Awareness Trainings kontinuierlich geschult werden. Tobias Ackermann, Geschäftsführer der MainDefense GmbH, erklärte die Funktionen: „Alle Mitarbeiter im Unternehmen erhalten in definierten Abständen – meist 4 Wochen – professionell gestaltete Phishing-E-Mails, die an aktuelle Phishing-Kampagnen angepasst sind. Klickt ein Mitarbeiter auf einen Link in der Mail wird er auf eine Schulungsseite weitergeleitet, die anschaulich erklärt wie der Angriff hätte erkannt werden können. Über ein Dashboard hat man die Möglichkeit, auf Statistiken zur Sicherheitsentwicklung zuzugreifen und den Fortschritt zur IT-Sicherheit zu verfolgen.“

beebird VR Technologie

Founder Marcus Krause hat sich mit seinem Start-up beebird einen Traum erfüllt und sein Hobby zum Beruf gemacht. Der leidenschaftliche Gamer hat in seiner langen beruflichen Tätigkeit in der Videospiel-Branche immer wieder neue Technologien kennengelernt und dabei festgestellt, wie sehr visuelle und interaktive Medien unser Sehen und Denken erweitern.

Diese Erfahrung will er mit seinem Start-up an Unternehmenslenker und Entscheider weitergeben und diese dafür sensibilisieren, im Zeitalter der Digitalisierung neue Wege im Produktmarketing zu gehen. Er bringt dabei seine spielerisch gewonnene Erfahrung ins harte Business ein und zeigt auf, wie man mit 3D-Modellen für Architektur-Visualisierungen, Virtual Reality, Augmented Reality Anwendungen sowie 360°-Aufnahmen die Produktwahrnehmung verbessern und optimieren kann.

DocEstate GmbH

Gründer und Geschäftsführer Jerome Sprinkmeier hat mit seinem Unternehmen DocEstate die Prozesse rund um Behördenauskünfte für Immobilien digitalisiert und so gegenüber den sonst langen, beschwerlichen und notwendigen Dienstgängen in dieser Branche einen Mehrwert geschaffen. Sprinkmeier hat einen Masterabschluss in Immobilienmanagement und kennt die Fallstricke in der Branche. Mit DocEstate will er seine Vision umsetzen. „Eine Vielzahl an Auskünften der Ämter stellen eine wichtige Informationsquelle in den verschiedenen Phasen des Immobilienlebenszyklus dar. Entscheidend ist nicht nur die Vielfalt und der Inhalt der Auskünfte, sondern auch die Aktualität“, betont der Gründer.

Um den Antragsprozess im „Dokumentenchaos“ effizienter zu gestalten und zu beschleunigen, bietet DocEstate eine einzigartige Verbindung zwischen den Ämtern und Antragstellern. Die Vision des Unternehmens richtet sich auf einen Ausbau im Bereich E-Government, der für einen sprunghaften Fortschritt der digitalen Immobilienwirtschaft entscheidend ist. Um den Antragsprozess weiter zu beschleunigen, arbeitet das Start-up kontinuierlich an neuen Optimierungen und digitalen Lösungen. Die Vision fokussiert dabei die Digitalisierung der Behördengänge, um eine Bereitstellung relevanter Informationen rund um die Uhr – also 24/7 – zu ermöglichen.

Dem Gewinner winkten mit 3000 Euro dotierte Sachpreise

Obwohl sich alle drei Unternehmen an diesem Abend sehr gut präsentierten, ging es am Ende darum, auch beim dritten Company Battle einen Sieger zu küren. Der Preis für das innovativste Konzept ging diesmal an DocEstate. Das Start-up hatte die Jury mit seiner durchdachten und in der Praxis bereits bewährten Lösung überzeugt und konnte sich über die begehrten Sachpreise in Form von Coaching- und Beratungsangeboten freuen.

Der gleichen Überzeugung waren am Ende des Abends dann auch die Zuschauer, die den Publikumspreis mit knappem Vorsprung ebenfalls an DocEstate vergaben. Dessen Co-Founder Jerome Sprinkmeier und Geschäftsführer Christoph Schmidt nahmen überglücklich die Preise aus den Händen von Frau Schumacher (mainproject digital), Frau Brenner (BVMW) und Herrn Prof. Dr. Boris Bauke (Technische Hochschule Aschaffenburg) in Empfang.

Alle Beteiligten, das Publikum, die Jungunternehmer und die Juroren lobten die sehr gelungene Veranstaltung der TH Aschaffenburg, die nicht die letzte ihrer Art gewesen sein dürfte. Die Vorbereitungen für ein viertes Company Battle in 2020 laufen bereits.

Das Gruppenfoto zeigt Teilnehmer, Gewinner und Jury des Company Battle 2019.

Bildquelle: fotos.berndottow.de

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.